Geschichte

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Rotenturm an der Pinka

Original Zeitungsberichte aus der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ anlässlich der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rotenturm/Pinka

Rotenturm Oberwarther Sonntagszeitung Feuerwehr 1/15 vom 11.04.1880

Der Hochgeborene Herr Graf Gyula Erdödy in Rothenthurm hat an die Bewohner der Marktgemeinde einen Aufruf erlassen, in welchem Hochderselbe die zweckmäßige Nothwendigkeit der Bildung einer freiwilligen Feuerwehr betont. Die Beteiligung an dieser wohltätigen Institution ist eine ungemein rege; junge Männer und Familienväter scharen sich zahlreich um die Fahne des edlen Menschenfreundes, welcher bekanntlich in Feuers­ nöthen „rasch voran ist“, bedrohtes Gut zu retten. Möge das junge Institut gedeihlich emporblühen zum Nutzen und zum Wohle der bedrängten Menschheit!

Rotenturm Oberwarther Sonntagszeitung Feuerwehr 1/18 vom 02.05.1880

Aus Rothenthurm wird uns geschrieben: Das Thema über Ursache und Wirkung sprach sich nicht bald so lebendig in seinen Erfolgen aus, als bei Gründung der Rothenthurmer Feuerwehr. Alle Angelegenheiten sind geordnet und ein kritischer Dorf-Diogenes macht uns gemessene Vorworte, warum ein Institut, das heute so viel Anhänger zählt, nicht schon vor Jahren ins Leben gerufen wurde. ln wenigen Tagen wurden vom Ausschusse die Statuten ausgearbeitet, vor die Generalversammlung gebracht und zur Eingabe an das k. u. k. Ministerium fertig gestellt. Die Uniformierungsfrage wurde rasch erledigt und bei der am 27. April von 74 wirkenden Mitgliedern beschickten Generalversammlung der Ausschuss und die Chargen gewählt.

Mit wahrer Begeisterung und einstimmig wurde zum Oberkommandanten gewählt: Herr Graf Erdödy Gyula.

Mit Stimmenmajorität wurde zum Kommandanten gewählt: Herr Oswald Johann sen.

Durch Sektionswahl gingen als Adjutanten hervor die Herren: Hauke Alfred, Oswald Johann jun., Schwartz Josef.

Zum Zugsfahrer bei der Abtheilung Steiger, Herr Sauer Stefan, zum Vizezugsführer Herr Horvath Franz. Zum Zugsfahrer bei der Spritzenmannschaft Herr Groß Gustav, zum Vizezugsführer Herr Fand/ Franz. Zum Zugsführer bei der Sicherheitsmannschaft Herr Dirnbeck Franz Nr. 22, zum Vizezugsführer Herr Werhanovits Alexander. Zum Requisitenmeister wurde ernannt Herr Baumgartner Franz. Zu Schlauchführern wurden gewählt die Herrn Oswald Johann, Saurer Georg, Horvath Johann, Dirnbeck Franz Nr. 51. Zu Hornisten wurden ausgerufen die Herren Pomper Alois, Oberhornist Aspan Albert, Dirnbeck Josef. Zum Präsidenten wurde einstimmig gewählt Herr Pfarrer Ehrenhofer, zum Vizepräsidenten Herr Wagner Paul, zum Schriftführer Herr Groß Gustav, zum Kassier Herr Schaffer Johann.ln den Ausschuss wurden gewählt die Herren: Sekretär Koller, Neuberger Alexander, Ornischl Michael, Petschinger Franz, Konrad Franz. Nach Beendigung der Wahlen dankte der Herr Präsident dem Herrn Oberkommandanten Grafen Gyula Erdödy indem er hervorhob, dass es hauptsächlich dessen Eifer sei, in so kurzer Zeit ein so zahlreiches und menschenwürdiges Institut zu bilden. Der Herr Graf nahm das Wort und entwickelte aus dem Sprichworte: „Sage mir mit wem Du umgehst, und ich werde Dir sagen wer Du bist“, eine herzliche Denkrede. Der Gipfelpunkt der bürgerlichen Tugenden liege im Gemeinsinn und der bescheidene Markt Rothenthurm stelle sich durch das einmüthige Zusammenwirken in der raschen Lösung der „brennenden Frage“ ein sehr achtbares Zeugnis aus. „Finde ich“, sagte der Herr Graf weiter, „den voraussichtlichen guten Willen, wenn das Alarmhorn seine dumpfen Töne wimmert und meine Männer zum Kampfe mit dem Elemente ruft, dann werde ich aus allen Kräften das Gedeihen des Institutes fördern und dessen Ziele vollstrecken“. Und in der Tat wird der Herr Oberkommandant beim friedlichen Waffenspiele oder am Sammelplatze auf der Unglückstätte ähnlich dem Dichter von der Macht des Feuers ausrufen können: „Ich zähle die Häupter meiner Lieben – Und sieh! und sieh! – mir fehlt nur ein teures Haupt!“

Im Jahre 1881 gab es in Rotenturm 128 Häuser 468 Personen männlichen Geschlechtes 461 Personen weiblichen Geschlechtes 929 Personen 93 Personen abwesend 1022 Einwohner 1880 Am 4. Mai 1880 wurde die offizielle Gründungsversammlung abgehalten. Die Vereinsstatuten in ihrer ersten Eingabe wurden vom hohen königlichen Ministerium genehmigt und samt der Dienstordnung den einzelnen Mitgliedern und Ehrenmitgliedern im Drucke übermittelt. Auszug aus dem Protokoll von einem Brandeinsatz im Gründungsjahr: „Bei Feuersgefahr wurde einmal Hilfe geleistet und dies in der Gemeinde Oberwart, wo der Brandplatz von 28 Mitgliedern besucht wurde; das Löschgeschäft in seinem letzten Stadium wurde ohne Ausrüstung betrieben, da diese zwar am selben Tage angelangt, doch noch nicht verteilt war. ln Sonderheit verdienen bei diesem Anlasse jene braven Männer einer ehrenvollen Erwähnung, welche die vorgerückte Nacht und die Weite des Weges nicht scheuend zu Fuß am Brandplatze erschienen und ihre Tätigkeit entfalteten.“ Der Generalversammlung wurde mitgeteilt, dass der hochgeborene Herr Graf Gyula Erdödy für den Verein zwei Steigerleitern anschaffen ließ. Er stellte auch das Material zum Steigerturm und weitere zehn Leitern dem Verein unentgeltlich zur Verfügung. Den Mitgliedern wurden nachdrücklich in Erinnerung gebracht, ihre Ratenzahlungen für Kleider pünktlich einzuhalten. Die Uniformen mussten von den einzelnen Mitgliedern selbst bezahlt werden. Im Gründungsjahr verfügte die Freiwillige Feuerwehr bereits über zwei Handdruckspritzen, was eine beachtliche und einmalige Leistungskraft darstellte. 1881 ln diesem Jahre wurden verschiedene Ausrüstungsgegenstände angeschafft: u.a. Schlauchstücke, Leitern und Hängelaternen. Es wurden zahlreiche Übungen abgehalten, und zwar wurde Marschieren und gerechtes Verhalten geübt. Bei der Generalversammlung wurde der Beschluss gefasst, jährlich zwei Bälle abzuhalten, deren Reinerträge der Feuerwehr zugutekommen sollen. Am 24. und 25. April war die Feuerwehr beim Brande zweimal tätig; abgebrannt sind 19 Häuser in Unterwart Am 9. Mai war abermals ein Brandeinsatz in Unterwart, es sind 6 Häuser abgebrannt. Am 1. November brannte das Wohnhaus des Marktvorstandes in Oberwart ab, auch unsere Feuerwehr war im Einsatz. 1882 wurde folgendes Inventar angeschafft: ein Requisitenwagen, 6 Feuerhacken, 4 Feuerkrampen, 4 Brechhacken und eine große Schubleiter. Tätig beim Brande war die Feuerwehr viermal und zwar in Oberwart, am 20. Februar mit 40 Mann; abgebrannt sind 76 Häuser, Neumarkt, am 10. August mit 45 Mann; abgebrannt sind 2 Häuser, Riedlingsdorf, am 11. September mit 40 Mann; abgebrannt 7 Häuser, Großpetersdorf, am 10. November mit 52 Mann; abgebrannt 2 Häuser. Es wurden 4 Schauübungen abgehalten. Vertreten war der Verein: am 20. Juni bei der Beeidigung der Feuerwehr in Oberschützen, am 10. und 11. September anlässlich des 10-jährigen Bestandsjubiläums der Feuerwehr in Hartberg und bei einer großen Schauübung in Ödenburg. 1883 ln diesem Jahre wurde die Feuerwehrkapelle, bestehend aus 8 Mann, zusammengestellt. Der Abrichter war der Feuerwehrmann Casimir Grünauer aus Litzelsdorf. Es waren drei Einsätze bei Bränden zu verzeichnen. 1885 Am 24. Feber (Vormittag 10 Uhr) fand eine außerordentliche Ausschusssitzung statt, bei der die Vermählung des allseits geliebten Oberkommandanten, dem Herrn Grafen Gyula Erdödy mit der Comtesse Emilie Szechenyi unter dreifachen „Eijen“, bekanntgegeben wurde. Die Gräfin wurde gleichzeitig ersucht, als Fahnenmutter für den Verein zu fungieren. Brandeinsätze: 27. März in Oberwart mit 36 Personen, abgebrannt 1 Haus 4. April in Oberwart mit 28 Personen, abgebrannt 1 Haus 18. April in Oberwart mit 34 Personen, abgebrannt 1 Ziegelhütte 6. Mai in Oberwart mit 36 Personen, abgebrannt 11 Häuser 24. Mai in Unterwart mit 54 Personen, abgebrannt 26 Häuser 20. Mai in Oberwart mit 26 Personen, abgebrannt 1 Wagenschupfen 28. Juni in Oberwart mit 26 Personen, abgebrannt 1 Strohschober 1886 Die Feuerwehr zählte 65 aktive Mitglieder. Brandeinsätze: 6. Juni in Oberwart, 16 Mann 31. August in Unterwart, 46 Mann 10. November in Jabing, 40 Mann 1887 ln diesem Jahr beteiligte sich die Feuerwehr viermal bei Brandeinsätzen: Spitzzicken mit 44 Mann, abgebrannt 5 Häuser Spitzzicken mit 46 Mann, abgebrannt 8 Häuser Welgersdorf mit 10 Mann, abgebrannt 7 Häuser Oberwart mit 20 Mann, abgebrannt 1 Haus 1888 Am 28. November 1888 rückte die Feuerwehr mit der Spritze und 7 Mann zum Brandeinsatz in Unterwart aus. 1890 Zum 10-jährigen Jubiläum wurden Erinnerungsmedaillen an 47 noch lebende Gründungsmitglieder verliehen. Nach der Verteilung der MedailIen gab der Kommandant Sauer ein Bild über die Tätigkeit der Feuerwehr während ihres 10-jährigen Bestandes. Sie wirkte in dieser Zeit bei 50 Bränden mit dem Aufgebote von 2.130 Mann, sodass auf jeden Brand Ober 42 Mann kommen, und zwar war sie bei 22 Bränden in Oberwart, bei 10 in Unterwart, bei 3 in Rotenturm, bei 2 in Jabing, bei 2 in Großpetersdorf, bei 2 in Eisenzicken, bei 2 in Spitzzicken, bei 3 in Welgersdorf, bei einem in Neumarkt, bei einem in Riedlingsdorf, bei einem in Drumling und bei einem in Allersgraben. Es brannten 297 Häuser ab. 1891 Brandeinsätze: 30. November, 51 Mann in Unterwart, abgebrannt 1 Haus 22. Dezember, 52 Mann in Großpetersdorf, abgebrannt 3 Häuser 1892 Brandeinsätze: 17. Jänner in Unterwart, 53 Mann, abgebrannt 1 Haus 18. Juli in Jabing, 48 Mann, abgebrannt 2 Häuser 29. August in Rotenturm, 54 Mann, abgebrannt 1 Haus 4. September in Großpetersdorf, 22 Mann, abgebrannt 2 Häuser 20. Oktober in Jabing, 31 Mann, abgebrannt 1 Haus 2. November in Rotenturm, 56 Mann, abgebrannt 1 Haus 1903 Bei der stattgefundenen Generalversammlung wurden Neuwahlen durchgeführt: Protektor: Graf Széchényi Jenö Ehrenmitglied: Bischof Graf Széchényi Miklos Präsident: Pfarrer Wehofsits Gyula Vizepräsident Notar Prisching Florian Ausschussmitglieder: Johann Konrath, Marktrichter, Lajos Petschinger, Molnar Balint Zugskommandant Graf Erdödy Thomas Adjutanten: Karay Ernö, Pomper Alajos Hornisten: Sauer Gyula, Konrath Gyula 1905 Es wurde beschlossen, eine Kernreiterische Spritze anzuschaffen, welche ca. 1.800 Kronen kostete. Zum Anlasse des 25-jährigen Jubiläums wird der Oberkommandant zu der neuen Spritze 100 Currentmeter Schlauch und eine Kernreiterische Patentkupplung gratis dazugeben. Herr Graf Thomas Erdödy kaufte einen Wasserwagen, welchen er aufmontiert der Feuerwehr widmete. 1906 ln diesem Jahre wurde das 25-jährige Jubiläum gefeiert. Graf Erdödy Thomas wurde zum Oberkommandanten-Stellvertreter gewählt, gleichzeitig wurde Graf Lajos Erdödy in die Feuerwehr aufgenommen. Die noch lebenden Gründungsmitglieder wurden ausgezeichnet und sie erklärten, „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ auch weiter dienen zu wollen. 1907 Oberkommandantstellvertreter Graf Thomas Erdödy schlägt vor, der Verein möge zum Schutze der Feuerwehrmänner einige (10) warme Mäntel anschaffen. Weiteres soll eine Dampfspritze gekauft werden; dazu soll auch der Kassastand des Vereines verwendet werden. Nachdem aber mit dem Vereinsvermögen nur ein sehr kleiner Teil des Anschaffungspreises gedeckt werden kann, erbot sich Oberkommandantstellvertreter Graf Thomas Erdödy den Fehlbetrag aus eigenem zu decken. ln diesem Jahr wurde auch eine äußerst praktische Schubleiter der Feuerwehr übergeben. 1908 Der bisherige Kommandant, Stefan Saurer, ist verstorben. Sein Nachfolger wird Graf Thomas Erdödy. Oberkommandant Graf Julius Erdödy gibt bekannt, dass die angeschaffte Dampfspritze aus seiner Privatkasse bezahlt wird, damit die Vereinskasse nicht geschwächt wird. ln diesem Jahre wurde eine Rettungs- und Sanitätsabteilung errichtet. Zu diesem Dienst wurde eine Charge und 10 Mann ausgebildet. Weiteres wurden für 200 Kronen Medikamente angeschafft, die im Wachzimmer aufbewahrt wurden. Oberkommandant Graf Erdödy Julius und Kommandant Graf Thomas Erdödy spendeten je fünf Stück Mäntel; somit verfügte der Verein über 40 Stück Mäntel. 1909 Graf Julius Erdödy gab seine Zustimmung zur Errichtung eines Wasserreservoirs am Berg („Riegel“). Für die Einzäunung dieses Reservoirs stellte er 250 Kronen zur Verfügung. Zur Anschaffung eines Rettungswagens wurden vom Staat 900 Kronen bewilligt, die fehlenden 200 Kronen wurden aus der Kasse der Rettungsmannschaft genommen. Seit der Gründung der Rettungsmannschaft wurde oftmals „Erste Hilfe“ geleistet. 1911 Der Protektor Graf Széchényi Jenö verstarb. Für die zufriedenstellende Leistung der Feuerwehr spendete der Oberkommandant Graf Julius Erdödy 300 Meter Schlauch. 1912 Es wurde festgelegt, dass bei Einsatz pro Pferdegespann 10 Kronen Entschädigung zu bezahlen sind. Weiteres wurden 10 neue Uniformen in Grau angeschafft. Graf Lajos Erdödy stellte sein Pferd für Nachrichtenvermittlung zur Verfügung. 1913 Es wurde beschlossen, zur besseren Verständigung der Mannschaft in das Geschäft des Kassiers, Julius Sauer, ein Telefon einzuleiten. 1917 Bei der außerordentlichen Versammlung am 17. Jänner 1917 wurde mitgeteilt, dass der edle Gründer der Feuerwehr, Graf Gyula Erdödy, am 13. dieses Monats verstorben ist. 1921 Graf Thomas Erdödy klagte die Feuerwehr auf Herausgabe der Dampfspritze, der Schubleiter und des Rettungswagens. 1922 ln diesem Jahr wurde eine Umgruppierung der Feuerwehr durch Neuwahlen vorgenommen. Oberkommandant Graf Ludwig Erdödy Oberkommandantstellvertreter: Julius Sauer Obmann: Johann Ekker Obmannstellvertreter: Johann Konrath sen. Kommandant: Johann Kratzer Kommandantstellvertreter: Johann Dirnbeck 1923 Die Generalversammlung beschloss einstimmig, dass sämtliche Feuerwehrmänner versichert werden sollen. Die Namensliste wurde der Versicherung vorgelegt. Der Kommandant dankte der Gräfin Emilie für das große Opfer, das sie dem Verein durch Spende einer Fahne zukommen ließ. 1924 Am 12. Oktober nahm der Verein an einem Blumentag teil, dessen Reinerträgnis dem Bezirkskrankenhaus in Oberwart zu Gute kam. 1925 Zum neuen Obmann wurde Sekretär Fritz Gabriel gewählt. 1926 Zum Oberkommandanten wurde Graf Nikolaus Széchényi gewählt. 1928 Am 17. Juni dieses Jahres verstarb die Fahnenmutter. Oberkommandantstellvertreter Johann Konrath verstarb im selben Jahr. 1929 Die Feuerwehr trifft Vorbereitungen zum 50-jährigen Jubiläum. 1930 Am 20. Juli wurde das Fest des 50-jährigen Jubiläums der Feuerwehr gefeiert. Am Vorabend des Festtages legte der Verein beim Kriegerdenkmal und im Friedhof zu Ehren der verstorbenen Vereinsmitglieder Kränze nieder. Der Festtag war vom herrlichen Wetter begünstigt. Frühmorgens wurde der Festtag durch einen musikalischen Weckruf und Böllerschießen eröffnet. Vormittags fand eine feierliche Feldmesse statt, wo auch der Gesangsverein Rotenturm Kirchenlieder vortrug. Der enorme und schnelle Aufstieg der Wehr ist stets dem gräflichen erdödyschem Hause zu danken, und es muss auch hier festgestellt werden, dass nur durch die vielen und großen Spenden des gräflichen Hauses, die Wehr stets eine der best ausgerüsteten und geschultesten war in der ganzen Umgebung. Der Name der Rotenturmer Feuerwehr war allbekannt in und außerhalb des Bezirkes. Die Feuerwehr hatte im Laufe der 50 Jahre folgende Einsätze: Rotenturm23 Brände Oberwart37 Brände Unterwart19 Brände Jabing12 Brände Großpetersdorf 10 Brände Sigeth 9 Brände Eisenzicken 5 Brände Neuhaus 2 Brände Neumarkt 2 Brände Welgersdorf 3 Brände Riedlingsdorf 2 Brände Drumling 2 Brände Miedlingsdorf 2 Brände Pinkafeld 1 Brand Stinatz 1 Brand das sind zusammen 16 Gemeinden mit 134 Bränden, darunter 9 Großfeuer. Für 50-jährige Tätigkeit wurden 10 Mitglieder, für 40-jährige Tätigkeit wurden 2 Mitglieder, für 25-jährige Tätigkeit wurden 15 Mitglieder ausgezeichnet. Gründungsmitglieder: 50 Jahre Johann Ekker, Dachdecker, Nr. 134 Edmund Schaffer, Kaufmann, Nr. 105 Josef Horvath, Maurer, Nr. 57 Johann Guger, Landwirt, Nr. 40 Johann Tomiszer, Landwirt, Nr. 49 Emmerich Tomiszer, Landwirt, Nr. 76 Alois Konrath, Schuster, Nr. 109 Johann Kober, Landwirt, Nr. 88 Johann Fassl, Hafner, Nr. 58 Anton Kantz, Landmann, Nr. 69 Baumgartner Georg Rotenturm Mitteilungen des Bgld. Landesverbandes für Feuerwehr Feuerwehr- und Rettungswesen 8; Nr: 1930 Die Freiwillige Feuerwehr Rotenturm hielt am 20. Juli das 50-jährige Gründungsfest ab. Am Vorabend legte die Wehr beim Kriegerdenkmal und im Friedhofe zu Ehren der gefallenen und verstorbenen Mitglieder Kränze nie­ der. Der Festtag wurde mit einem musikalischen Weckruf und Böllerschüssen eröffnet. Vormittags fand eine feierliche Feldmesse statt, nachher Platzmusik. Bis 3 Uhr fand der Empfang der Gäste statt. Obmann Oberamtmann Fritz Gabriel begrüßte die Festgäste, hielt einen Rückblick über die vergangenen 50 Jahre und ermahnte die Mitglieder, dem Beispiele der Grander zu folgen. Sodann hielt Bezirkshauptmann Alzner eine Ansprache an die Mitglieder, worin er besonders die 35 Mitglieder, welche mit Diplomen bzw. Medaillen ausgezeichnet wurden, hervorhob. Verbandsobmann Unger betonte in seiner Rede, dass die Feuerwehr Rotenturm als eine der ersten im Bezirke gegründet wurde. Hierauf erfolgte die Dekorierung der Mitglieder. Nachdem Obmann Fritz Gabriel den Festgästen gedankt hatte, folgte eine stramme Defilierung, geführt von Inspektor Oberlehrer Dirnbeck. An Wehren waren erschienen: Jabing, Unterwarf, Oberdorf, Kothezicken, Eisenzicken, mit Gesangsverein. Der lustigste Teil des überaus schönen Festes fand im herrlichen Schloßpark statt, wo alle Gäste auf ihre Rechnung kamen. Die Unterhaltung dauerte, bis die Morgensonne den neuen Tag brachte und somit die Wehr am Beginne des 2. Halbjahrhunderts ihres Bestehens angelangt war. 1931 ln der Generalversammlung wurde der Tätigkeits- und Kassenbericht vorgebracht. 1932 Bei den durchgeführten Wahlen wurde die bisherige Führung bestätigt. 1935 Es wurden von Seiten der Freiwilligen Feuerwehr und der Gemeinde von der Firma Knaust eine vierzylindrische Benzinmotorspritze angeschafft. Der Kaufpreis betrug S 7.000,-. Zur teilweisen Tilgung der Schuld wurde der Firma Knaust die Dampfspritze zu einem Betrag von ATS 1.000,– verkauft. 1936 Am 11. Juni fand die Weihe der neuen Benzinmotorspritze durch Herrn Pfarrer Vinzenz Klöckl statt. Als Spritzenpatinnen wirkten Frl. Maria Konrath, Elisabeth Roka und Hermine Broschofsky. 1937 Das Feuerwehrhaus samt Geräte wurde von der Hermes Bank um S 2.500,- angekauft. Der Feuerwehrhauptmann Johann Dirnbeck wurde vom Landeskommando bestimmt. Die Freiwillige Feuerwehr zählte 45 Mann. 1939 Der Feuerwehrkommandant Johann Dirnbeck legte krankheitshalber sein Amt zurück. Johann Kratzer wurde wieder Feuerwehrhauptmann bis zum Juni 1940. Die Freiwillige Feuerwehr wurde in die Polizei eingegliedert. 1940 Am 23. Juni wurde Johann Röhrling zum Kommandanten bestimmt. 1942 Am 14. Jänner fand im Gasthaus Petschinger die Verabschiedung der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr statt, die zum Wehrdienst einberufen wurden. 1943 Da viele Feuerwehrmänner zur Wehrmacht eingezogen wurden, sind junge Burschen zur Ergänzung der Freiwilligen Feuerwehr zugeteilt worden. Im Monat März war die Freiwillige Feuerwehr bei einem Waldbrand im Einsatz. Die Löschung begann zur rechten Zeit, ein Weitergreifen des Brandes konnte verhindert werden. Am 17. Juli war die Feuerwehr in Unterwart im Einsatz. Ein Blitzschlag verursachte einen Großbrand. Durch ständige Einberufung zur Wehrmacht, sahen sich das Ortskommando gezwungen, die älteren Feuerwehrleute wieder für die Ortsfeuerwehr anzuwerben und zum Notdienst zu verpflichten. 1945 Durch Einmarsch der Roten Armee am 5. April wurde die Tätigkeit der Ortsfeuerwehr eingestellt. Die Besatzungsmacht setzte alles daran, dass die Ortsfeuerwehr wieder aufgestellt wird. Aufgrund einer Anweisung aus Graz kam es zur provisorischen Aufstellung der Ortsfeuerwehr. 1946 Auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft Oberwart und herausgegebener Bestimmungen bzw. Rundschreiben wurde die Freiwillige Feuerwehr am 15. Jänner wieder neugegründet Zum Obmann wurde Johann Dirnbeck Nr. 6, zum Kommandanten Johann Dirnbeck Nr. 56 und zum Stellvertreter Franz Tomisser Nr. 115 gewählt. Nach verschiedenen Schwierigkeiten wurde am 19. Mai abermals eine außerordentliche Sitzung abgehalten. 68 Männer und Burschen sind erschienen, wovon 41 die schriftliche Erklärung abgaben, der Freiwilligen Feuerwehr Rotenturm beizutreten. Bei den durchgeführten Wahlen wurde Michael Dirnbeck Nr. 71 zum Kommandanten und Drobits Franz Nr. 144 zum Kommandantenstellvertreter gewählt. Es wurde beschlossen, zur Auffüllung der völlig leeren Vereinskasse am 26. Mai ein Gartenfest abzuhalten. Am Fest nahmen zahlreiche Ortsbewohner und Gäste teil, sowie die umliegenden Ortsfeuerwehren. 1947 Am 26. Dezember wurde zum ersten Mal der später zur Tradition gewordene Feuerwehrball abgehalten. Es war ein aur3erordentltch guter Besuch zu verzeichnen. 1948 ln diesem Jahre wurde der Steigerturm von der Firma Leitner und Konrath errichtet. Die durchgeführten Neuwahlen ergaben keine Änderung. Die Feuerwehrleute wurden zur Einigkeit und zur Pflichterfüllung aufgerufen. 1949 Der im Bau befindliche Steigerturm wurde fertiggestellt. Die Feuerwehr nahm an der Fahnenweihe des Männergesangsvereines Rotenturm teil. 1950 Kommandant Michael Dirnbeck legte am 8. Jänner seine Funktion zurück und es übernahm Brandinspektor Hermann Dirnbeck die Führung. Am 23. März wurde Tomisser Stefan zum Kommandanten gewählt. Die Ortsfeuerwehr nahm am 50-jährigen Gründungsjubiläum der Ortsfeuerwehr Jabing teil. Am 19. 5. gab es Feueralarm. Es brannte ein Pkw.

 

1951 Am 24. und 25. März sowie am 1. April wurde ein Theaterstück von der Feuerwehr  aufgeführt. Das Theaterstück hieß: „Mutterlieb hört  nimmer  auf“. Die Aufführung war gut gelungen  und fand reichen  Beifall. Am 5. 11. war ein Brand im Sägewerk Benkö ausgebrochen, der rasch lokalisiert  werden konnte. 1952 Am 5. 4. war ein Großfeuer in Unterwart Es brannten 5 Häuser. Die Feuerwehr Rotenturm  war mit der Motorspritze im Einsatz. Eine Sirene wurde auf dem Steigerturm montiert. Am 26. und 27. Jänner  wurde das Theaterstück „Das  Bild  der Madonna“ von der Feuerwehr aufgeführt. 1953 Das Wasserreservoir  am Berg wurde am 2. August mit Wasser gefüllt. Am 15. August  wurde das neu errichtete Gerätehaus  am Riegel eingeweiht. 1954 Bei einem Gewittersturm am 22. August zwischen  16.00 und 16.30 Uhr wurde der 22 m hohe Steigerturm umgeworfen. 1955 Am 29. Mai wurde das 75-jährige  Gründungsfest abgehalten.  Viele Feuerwehrmänner  wurden geehrt und ausgezeichnet. Am 4. Juni  rückte  die Feuerwehr  korporativ  mit  Musik  zum Empfang  des Spätheimkehrers aus der Kriegsgefangenschaft, Josef  Dirnbeck, aus. ln  diesem  Jahre  führte  die  Ortsfeuerwehr eine  Wallfahrt nach  Mariazell durch. Der Steigerturm wurde wieder aufgestellt. 1956 Es wurde der Vorschlag  gemacht, einen kompletten Spritzenwagen zu kaufen. 1957 Es gab zwei Brandeinsätze in Unterwart. 1958 Die neue Motorspritze mit Zweiradanhänger wurde gekauft. 1959 Am 15. August  wurde im Schlosspark  eine Feldmesse  abgehalten und am Nachmittag die Motorspritzenweihe durch Herrn Pfarrer Klöckl  vorgenommen. 1961 Am Bahnhofsgelände brach  aus ungeklärter Ursache  ein Brand  aus. Die Ortsfeuerwehr konnte  das Feuer unter  Kontrolle bringen.  Weiteres  war die Feuerwehr  bei einem Waldbrand  in Siget  im Einsatz. 1962 Am 21. Oktober  nahm die Ortsfeuerwehr an der Verabschiedung von Pfarrer Vinzenz Klöckl teil, der in den Ruhestand getreten war. Die Vereinsmusik besorgte  die musikalische Umrahmung. 1963 Am  31.  August nahm  die  Feuerwehr mit  Feuerwehrkapelle am  Empfang des  neuen  Ortspfarrers Johann Liedl  teil. 1965 Am 12. November nahm  eine  Abordnung der Ortsfeuerwehr beim  Begräbnis  des  verstorbenen Pfarrers Vinzenz  Klöckl teil. ln  diesem Jahr   stand die  Feuerwehr mehrmals  im  Hochwassereinsatz. 1966 Am 28. Mai  wurde  der  Auftakt zur Fahnenweihe gegeben. Der imposante Fackelzug nahm  unter  den  Klängen der  Feuerwehrkapelle seinen Marsch durch die  ganze  Gemeinde. Anschließend gab  es Feuerwerk mit  Platzmusik. Um sechs Uhr früh  war am Pfingstsonntag Weckruf durch die  Musik. Fahnenmutter Anna  Magl und Fahnenpatin Maria Horvath wurden per Pferdewagen  zu der Feldmesse und  Fahnenweihe im Schlosspark geführt. Die Fahnenweihe wurde  durch Ortspfarrer Johann LiedI  vorgenommen.  Am Nachmittag fand  im Schlosspark eine  Tanzunterhaltung statt. Nach  kurzem, jedoch schwerem Leiden, verstarb der Kommandant Stefan Tomisser. 1967 ln  der Generalversammlung am 21. Jänner  wurde  Michael Horvath  zum neuen Kommandanten gewählt. Kommandantstellvertreter wurde Josef Dirnbeck. 1968 Am 6. und 7. Juli nahmen erstmals zwei Gruppen an den Leistungswettbewerben  in Jennersdorf teil.  Seide Gruppen  erfüllten die gestellten Aufgaben und erhielten das bronzene  Feuerwehr  Leistungsabzeichen. Am 22. August  brach im Sägewerk (Meierhof) ein Brand aus, der rasch unter Kontrolle gebracht  wurde. 1969  Die  Feuerwehr  musste  am 7. Juni  zum Hochwassereinsatz in  Rotenturm ausrücken. 1971 Am 12. Mai  war die  Ortsfeuerwehr bei einem  Waldbrand im  Einsatz.  Zur Weihe der renovierten Kirche in Rotenturm rückte die Feuerwehr mit Musik aus. Auch anlässlich der Feierlichkeiten „50 Jahre Burgenland“ rückte  die Feuerwehr  mit  Musik  aus. 1972 ln diesem  Jahr gab es am 27. und 28. Mai Hochwassereinsatz. Am 4. September  wurde das neue Feuerwehrauto geliefert. 1973 Am 22. Feber gab es Brandalarm, Wiesenbrand am Steinriegel; der nahe gelegene  Wald war dadurch  gefährdet. Das war der erste Einsatz des neuen Feuerwehrautos. Am 21. 6. wurde durch Ortspfarrer Johann Liedl die Weihe des neuen Feuerwehrautos  vorgenommen. Zum Ankauf dieses  Fahrzeuges spendete  die Bevölkerung ATS 55.305,- (ca. € 4.020,00). ln diesem  Jahr wurde eine Leiter  für das Feuerwehrauto bestellt, womit  sich der Wert des Fahrzeuges auf ATS 240.000,- (ca. € 17.440,00) erhöhte. Der Kameradschaftsraum wurde  von den Feuerwehrmännern neu gestaltet. 1974 Am 19. Mai nahm die Ortsfeuerwehr  an einer Blutspendenaktion teil. Am 25. Mai wurde die alte Eiche beim Rathaus, welche unter Naturschutz steht, durch abgeschossene Knallkörper  in Brand gesetzt. Das Feuer konnte gelöscht und der alte Baum somit  gerettet  werden. 1975 Am 24. und 28. Juni, sowie am 1. und 2. Juli  gab es Hochwasseralarm. Am 14. August  brannte  eine Hütte,  in welcher Heu gelagert  wurde, durch Selbstentzündung. Die Feuerwehr konnte das Feuer im Keime ersticken. Es wurde ein Öllöschschaumgerät im Werte von ATS 15.000,- (ca. € 1.090,00) probeweise  in Betrieb genommen. 1976 Anlässlich der Einweihung  der Aufbahrungshalle am 13. 6. rückte  die Ortsfeuerwehr  aus. Die Anschaffung von Atemschutzgeräten wurde einstimmig beschlossen. 1978 Der Kommandantstellvertreter Dirnbeck Josef legte seine Funktion nieder. Neuer Kommandantstellvertreter wurde Tuider Johann. Bezirkskommandant LBDStv. Alois Schaffer  trat in den Ruhestand.  Neuer Bezirkskommandant wurde OBR Johann  Neubauer. Sein Stellvertreter BR lng. Wilhelm  Pleyer. Beim  Neujahrspielen der Feuerwehrkapelle wurden  rund ATS 24.000,- (ca. € 1.745,00) von der Bevölkerung  gespendet.  Der Betrag soll zur Einfriedung des Ortsfriedhofes  verwendet  werden. 1979 Am 4. Juni rückte die Feuerwehr zur Brandbekämpfung in Rotenturm  Nr. 2 aus. Als Erweiterung  der Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr Rotenturm wurden  Funkgeräte  und eine Lautsprecheranlage auf dem Einsatzwagen angeschafft. Anschließend kann erwähnt werden, dass die Freiwillige Feuerwehr mit Musikkapelle bei vielen kirchlichen Veranstaltungen mitgewirkt hat. Aktive Feuerwehrmänner im Jubeljahr 1980 Mannschaftsstand: 59 Kommandant:      BI     Horvath Michael Kommandantstellvertreter:   OFM    Tuider Johann Schriftführer:                             BM     Magl Franz Kassier:                                    OFM    Paul Josef   BM      Dirnbeck  Michael      HFM    Tomisser  Johann BM      Fassl Alois                 HFM    Graf Johann HFM    Dirnbeck  Johann       LM       Baumann Stefan LM       Paul Franz                LM       Fassl Josef LM       Pomper FranzOFM    Kanz Josef LM       Szakacs Johann  sen. FM       Aspan Georg LM       Wagner Johann  sen. FM       Fassl Heinrich LM       Kamper Johann  sen.  OFM    Halper Josef OFM    Saurer  Josef              FM       Schuch Gerhard OFM    Wagner  Johann jun.   FM       Tomisser Franz jun. FM       Wolf  Adolf